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Die Antiken Delphischen Spiele


Ab 582 v. Chr. fanden die Delphischen Spiele (auch Pythien, Pythische Spiele) in festgelegter Form alle vier Jahre statt, jeweils im Jahr vor den Olympischen Spielen. Sie wurden von der Delphischen Amphiktyonie ausgerichtet, einem Rat der zwölf griechischen Stammesgruppen.

Die Spiele waren Apoll gewidmet, dem Gott der Heilkunst, der Dichtung und der Künste, der Schönheit und des Lichtes. Daher zeichneten sie sich vor allem durch ihre musischen Wettkämpfe aus. Wegen der Musik- und Malwettbewerbe und der darstellenden Künste (Schauspiel und Tanz) priesen Zeitzeugen die Delphischen Spiele als prachtvoller als die athletischen Olympischen Spiele.

Für die Zeit der Delphischen Spiele galt der heilige Delphische Frieden, der drei Monate andauerte. Die Waffenruhe garantierte den Menschen - Teilnehmern wie Zuschauern - eine gefahrlose Reise zu den Spielen und wieder zurück in ihre Heimat. Denn schon damals wussten die Menschen, dass schöpferischer Austausch und Streben nach geistiger Vollkommenheit nur im Frieden möglich sind.

Leider wurden Zeitzeugnisse und Dokumente über die antiken Delphischen Spiele weitestgehend durch menschliche Gewalt und Naturkatastrophen zerstört. Alle erhaltenen Quellen betonen jedoch die Pracht und den Glanz der Spiele. Die Aufzeichnungen des Aristoteles geben einen Überblick über die Festlichkeiten:

Die Spiele dauerten sechs bis acht Tage und begannen mit einem heiligen Spiel, das den Sieg Apolls über Python darstellte. In einer feierlichen und glanzvollen Prozession wurde im Tempel des Apoll ein großes Festopfer dargebracht. Nach einem Festgelage begannen am vierten Tag die Spiele.

Im Theater von Delphi wurden die Musik- und Schauspielwettbewerbe durchgeführt.

Die musischen Disziplinen umfassten:

- Eine Hymne an den Gott Apoll
- Flöten- und Kitharaspiel (altes griechisches Saiteninstrument)
  mit und ohne Gesang
- Schauspiel- und Tanzwettbewerbe
- Malwettbewerbe

Am fünften Tag wurden im Stadion von Delphi athletische Wettbewerbe ausgetragen. Auf der Ebene bei Krisa fanden spektakuläre Wagenrennen statt.

Die Delphischen Spiele waren Ehrenspiele. Die Sieger bekamen keine Geldpreise, sondern einen Lorbeerkranz als Auszeichnung, so wie der Ölzweig die Auszeichnung Olympias war. Bei besonderen Ehrungen setzte man dem Wettkämpfer auch ein Denkmal in Form einer Statue. Das Ansehen jedoch, das dem Sieger und auch seinem Heimatort zuteil wurde, war unbezahlbar. Die Städte unterstützten ihre Vertreter daher mit allen Mitteln, um bei den Spielen so gut wie möglich abzuschneiden.

Überliefert ist auch die Begeisterung des Publikums. Zahlreich strömte es aus ganz Griechenland herbei und brachte der Stadt beträchtliche Einnahmen. Die Agora, ein Kunstmarkt, der während der Spiele stattfand, war ein bedeutender Handelsplatz für Kunstgüter.

394 n. Chr. verbot Theodosius, Kaiser von Rom und Byzanz, die Delphischen Spiele als heidnische Veranstaltung.

1600 Jahre später wurde in Berlin/Deutschland der Internationale Delphische Rat (IDC) gegründet. Unter seinem Dach fanden in Tiflis/Georgien die I. Delphischen Jugendspiele (1997) und in Moskau/Russland die I. Delphischen Spiele der Neuzeit (2000) statt.

 

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