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Das Orakel

Das Orakel der antiken griechischen Stadt Delphi, am Rande des Parnass-Gebirges, war bereits im 15. Jhd. v. Chr. eine heilige Stätte. Menschen befragten das Orakel, um göttlichen Rat vor schwierigen und bedeutenden Entscheidungen einzuholen.

Wie die Sage berichtet, bemächtigte sich der Gott Apoll schließlich des Orakels, als er dessen Wächter, den Drachen Python, tötete. Das Orakel wurde das Heiligtum Apolls.

Nach seinem Sieg über Python begab sich Apoll für acht Jahre in freiwillige Verbannung vom Olymp, dem Sitz der Götter, um seine Blutschuld zu sühnen. Als einfacher Hirte des Königs Admet in Thessalien büßte er für seine Tat.

Zum Andenken an Apollos Sieg über Python und seine freiwillige Sühne wurden die Delphischen Spiele (auch Pythien, Pythische Spiele) ausgetragen, bei denen sich die griechischen Stämme zum friedlichen Wettstreit trafen. Trotzdem wurden mehrere heilige Kriege um den Besitz des Orakels geführt, bis sich die zwölf Stämme Griechenlands zur Amphiktyonie vereinigten und von da an die Spiele gemeinsam ausrichteten. Die Delphischen Spiele stehen damit für Versöhnung und Verständigung der Menschen.

Das Orakel und die Delphischen Spiele ließen Delphi zu einem wichtigen Knotenpunkt aus Spiritualität, Kultur, Wirtschaft und Politik werden.

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